Cortina Consult

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Compliance-Brief · KW 27/2026

Guten Tag,

vom Chatbot zum digitalen Mitarbeiter: KI-Systeme wie Claude arbeiten heute mit echtem Zugriff auf Dateien, E-Mails und Browser. In der sogenannten agentischen Nutzung führen sie Aufgaben eigenständig aus, treffen Entscheidungen und interagieren mit Unternehmenssystemen – ohne dass ein Mensch jeden Schritt freigibt. Das verändert die Datenschutz-Anforderungen grundlegend – und genau darum geht es in diesem Compliance-Brief. — Ihr Cortina-Team

KI-Verordnung

Claude als KI-Agent: Was das für den Datenschutz bedeutet

Konkret zeigt sich das an der Variante Cowork: Hier agiert Claude nicht mehr nur beratend, sondern handelnd. Wo bislang ein Mitarbeiter entschied, ob eine E-Mail verschickt oder eine Datei geöffnet wird, übernimmt jetzt der Agent diese Aufgabe selbst. Für Unternehmen entsteht damit eine neue Risikoklasse – denn je mehr Entscheidungen das System eigenständig trifft, desto schwerer lässt sich der Umgang mit personenbezogenen Daten kontrollieren. Genau diese Autonomie macht KI-Agenten datenschutzrechtlich anspruchsvoller als klassische Chat-Tools.


Illustration zu Claude, KI und Datenschutz mit Schloss, Schild und Waage

Ein KI-Agent wie Claude trifft Entscheidungen, die früher einem Menschen vorbehalten waren: Er öffnet Dateien, formuliert Antworten und stößt Aktionen in angebundenen Systemen an. Genau das macht die Bewertung nach DSGVO komplexer als bei einem einfachen Chat-Tool. Sicherheitsforscher zeigten bereits, wie sich Agenten über versteckte Anweisungen in Dokumenten oder Webseiten manipulieren lassen – mit der Folge, dass personenbezogene Daten ungewollt weitergegeben werden. Wer Claude als Agent produktiv einsetzt, sollte deshalb genau festlegen, auf welche Daten und Systeme er zugreifen darf.

Die Rechtsgrundlage für den Einsatz hängt vom gewählten Vertragsmodell mit Anthropic ab. Entscheidender ist aber zunehmend, wie viel Autonomie das Unternehmen dem Agenten überhaupt einräumt. Klare KI-Richtlinien legen fest, welche Aufgaben Claude eigenständig übernehmen darf und wo ein Mensch die Kontrolle behalten muss. Auch der EU AI Act stuft autonome KI-Systeme als besonders prüfungsbedürftig ein – ein Grund mehr, den Einsatz von Anfang an zu dokumentieren.

Unsere Empfehlung: Definieren Sie klare Grenzen für die Autonomie von KI-Agenten wie Claude, prüfen Sie kritische Aktionen vor der automatischen Ausführung und dokumentieren Sie den Einsatz im KI-Inventar für den EU AI Act.

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Kennzahl der Woche

KI ist Alltag – klare Regeln bleiben die Ausnahme

40%

private KI-Zugänge

26%

geprüfte KI-Zugänge

23%

mit KI-Regeln

Die Technik ist längst im Unternehmen – geprüfte Zugänge und verbindliche Regeln hinken hinterher. Eine klare KI-Richtlinie und ein fester Ansprechpartner schließen die Lücke.

Quelle: Bitkom, Oktober 2025

Abstrakte Darstellung von zwei symmetrischen, halbkreisförmigen Formen, die miteinander verbunden sind und Cortina Consult Logo rot mit Schrift

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Jörg ter Beek
Jörg ter Beek
Datenschutzexperte & CEO

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