Datenschutz Bestandsaufnahme
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Compliance-Status ermitteln

Viele Unternehmen wissen nicht, wo sie beim Datenschutz stehen – und das ist kein Problem. Ein strukturierter Compliance Check zeigt den Status quo und schafft die Grundlage für das weitere Vorgehen, um DSGVO-compliant zu werden.

Illustration eines digitalen Dokumentenmanagement-Systems mit vernetzten Ordnern, Sicherheits-Icons und Häkchen im roten Hintergrund

Was ist ein Compliance Check im Datenschutz?

Ein Compliance Check ist eine systematische Bestandsaufnahme des aktuellen Datenschutz-Status eines Unternehmens. Er erfasst, welche Verarbeitungen dokumentiert sind, welche Verträge vorliegen, welche Prozesse funktionieren – und wo Lücken bestehen.

Das Ziel ist nicht, einen perfekten Zustand zu prüfen. Das Ziel ist zu verstehen, wo das Unternehmen steht. Erst dann lassen sich sinnvolle nächste Schritte ableiten.

Ein Compliance Check beantwortet unter anderem:

  • Welche personenbezogenen Daten verarbeiten wir – und auf welcher Rechtsgrundlage?
  • Ist das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten vollständig und aktuell?
  • Haben wir mit allen relevanten Dienstleistern Auftragsverarbeitungsverträge geschlossen?
  • Sind technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) dokumentiert?
  • Wie gehen wir mit Betroffenenanfragen und Datenschutzvorfällen um?
  • Sind unsere Mitarbeitenden geschult – und ist das nachweisbar?

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Warum wissen so viele Unternehmen nicht, wo sie stehen?

Datenschutz ist in den meisten Unternehmen gewachsen – nicht geplant. Irgendwann wurde ein Verarbeitungsverzeichnis angelegt, irgendwann eine Datenschutzerklärung auf die Website gestellt, irgendwann ein AVV unterschrieben. Dokumentiert wurde das, was gerade dringend war. Das Ergebnis ist kein Versagen. Es ist der Normalzustand.

Verarbeitungsverzeichnisse leben in Excel-Tabellen, die niemand mehr anfassen will. Die TOMs stehen in einem Word-Dokument von 2019. Und wenn die Aufsichtsbehörde anruft, beginnt die hektische Suche nach der „finalen_Version_v3_FINAL_neu.docx“. Das Problem ist nicht der fehlende Wille, das Problem ist das fehlende System.

Was macht Word und Excel zum Risiko?

Was vor fünf Jahren noch funktioniert hat, wird heute zur Schwachstelle – mehr Verarbeitungen, mehr Systeme, mehr Anfragen, mehr Nachweispflichten:

  • Keine Versionskontrolle – Wer hat wann was geändert? Welche Datei ist aktuell?
  • Keine Fristen – Wann läuft der AVV mit dem IT-Dienstleister aus? Wann ist die nächste Schulung fällig? Ein Aufgabensystem mit automatischer Fristenkontrolle löst genau das.
  • Keine Verknüpfungen – Welche Verarbeitungen nutzen welche Systeme? Welcher Dienstleister hat Zugriff auf welche Daten?
  • Kein Überblick – Wie ist der aktuelle Compliance-Status? Was fehlt noch?
  • Kein Nachweis – Was zeigen wir dem Auditor? Wo ist der Beleg, dass wir geschult haben?

Jede dieser Fragen kostet Zeit. Im Ernstfall – bei einer Betroffenenanfrage, einem Datenschutzvorfall oder einer Prüfung – kostet sie Nerven.

Wann ist ein Compliance Check notwendig?

Ein Compliance Check ist sinnvoll, sobald ein Unternehmen personenbezogene Daten verarbeitet – das gilt also für nahezu jede Organisation. Konkret empfiehlt er sich in diesen Situationen:

  • Erstmalige Beschäftigung mit dem Thema Datenschutz
  • Unklarheit darüber, ob bestehende Dokumentation noch aktuell ist
  • Wechsel von internem zu externem Datenschutzbeauftragten
  • Anstehende Audits oder Prüfungen durch Aufsichtsbehörden
  • Einführung neuer Software oder Dienstleister
  • Datenschutzvorfall oder Betroffenenanfrage, die den Ist-Zustand aufgedeckt hat

Wichtig: Ein Compliance Check setzt keinen perfekten Ausgangszustand voraus. Er ist gerade dann wertvoll, wenn Unklarheit herrscht.

Wie läuft ein Compliance Check ab?

Ein strukturierter Compliance Check folgt einem klaren Prozess – unabhängig davon, ob ein Unternehmen bei null startet oder bereits erste Dokumentationen vorliegen hat.

Infografik zum Ablauf der Compliance-Prüfung: Erfassung des Status, Identifizierung von Lücken, Aufbau von Strukturen und kontinuierliche Aufrechterhaltung

Schritt 1 – Bestandsaufnahme

Was existiert bereits? Verarbeitungsverzeichnisse, Datenschutzerklärungen, TOMs, AVVs, Schulungsnachweise – alles wird gesichtet. Auch unvollständige oder veraltete Dokumente sind wertvolle Ausgangspunkte. Dieser erste Schritt entspricht strukturell einem Datenschutzaudit – mit dem Unterschied, dass er als Startpunkt dient, nicht als Abschlussprüfung.

Schritt 2 – Gap-Analyse

Was fehlt, was ist veraltet, was ist nicht nachweisbar? Die Gap-Analyse zeigt den Delta zwischen Ist-Zustand und DSGVO-Anforderungen. Das Ergebnis ist keine Bestrafung – es ist eine priorisierte To-do-Liste.

Schritt 3 – Strukturierung und Systemaufbau

Die bestehende Dokumentation wird in ein System überführt. Keine Neuerfassung von null, sondern Migration des Vorhandenen – angereichert und vervollständigt.

Schritt 4 – Fortlaufende Pflege

Datenschutz-Compliance ist kein Projekt. Es ist ein laufender Prozess. Nach dem Check stehen Fristen, Verantwortlichkeiten und regelmäßige Überprüfungen fest – dokumentiert und nachvollziehbar.

Was ändert sich nach dem Compliance Check?

Der Unterschied zwischen vorher und nachher ist konkret – und er zeigt sich in den Bereichen, die im Alltag am meisten kosten: Zeit, Nerven und Nachweisfähigkeit.

Compliance Check im Vergleich

Vorher
Nachher (Compliance Hub)
Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten
Eine Tabelle mit 47 Spalten, die keiner mehr pflegt
Geführte Eingabe, automatische Verknüpfung zu Systemen und Dienstleistern
„Wer hat zuletzt die Personalabteilung aktualisiert?“ – keine Antwort
Vollständige Änderungshistorie mit Zeitstempel
Export für den Auditor dauert einen halben Tag
PDF-Export auf Knopfdruck – audit-ready
Aufgaben und Fristen
Outlook-Erinnerung wird weggeklickt und vergessen
Aufgabensystem mit Fristenkontrolle und automatischen Erinnerungen
„Hat jemand den AVV verlängert?“ – Schweigen im Meeting
Dashboard zeigt alle offenen Aufgaben und Fristen auf einen Blick
Delegation per E-Mail, Nachweis per Hoffnung
Aufgaben delegieren, Fortschritt verfolgen, alles dokumentiert
Datenschutzvorfälle
Vorfall passiert, keiner weiß, was zu tun ist
Geführter Meldeprozess mit Checkliste – strukturiert über die Funktion Datenschutzvorfall melden
Meldung an die Aufsichtsbehörde? Frist verpasst.
Automatisches Frist-Tracking (72-Stunden-Regel)
Dokumentation? „Das war doch letztes Jahr im Sommer…“
Vollständige Fallakte mit Risikobewertung und Maßnahmen
Mitarbeiterschulungen
Schulung einmal im Jahr, wer da war, weiß keiner mehr
Lernmanagementsystem mit automatischer Zuweisung
Neue Mitarbeitende? „Die werden irgendwann mitgeschult.“
Mitarbeiter-Onboarding automatisiert und compliance-sicher
Nachweis für den Auditor? Die Unterschriftenliste von 2022
Vollständige Dokumentation: Wer, wann, welches Training

Das Ergebnis: Weniger Aufwand. Keine doppelte Datenpflege, keine verlorenen Dokumente, keine manuellen Erinnerungen. Mehr Überblick. Echte Nachweise. Und ein ruhiges Gewissen, wenn der Auditor kommt – oder die Aufsichtsbehörde, oder der Vorstand fragt.

Was ist die rechtliche Grundlage für den Compliance Check?

Die DSGVO verpflichtet Unternehmen nach Art. 5 Abs. 2 DSGVO zur Rechenschaftspflicht: Sie müssen nicht nur datenschutzkonform handeln, sondern das auch nachweisen können. Ein Compliance Check ist damit kein Nice-to-have – er ist die Voraussetzung für diese Nachweispflicht.

Relevante DSGVO-Artikel im Überblick

  • Art. 5 Abs. 2– Rechenschaftspflicht des Verantwortlichen
  • Art. 30– Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten
  • Art. 32– Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs)
  • Art. 35– Datenschutz-Folgenabschätzung (bei hohem Risiko)
  • Art. 37–39– Benennung und Aufgaben des Datenschutzbeauftragten

Bei Verstößen gegen die DSGVO drohen Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Die zuständige Aufsichtsbehörde auf Bundesebene ist die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI).

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Häufige Fragen zum Compliance Check

Was kostet ein Compliance Check?

Die Kosten hängen von der Unternehmensgröße, der Anzahl der Verarbeitungstätigkeiten und dem bestehenden Dokumentationsstand ab. Unternehmen, die bereits erste Dokumentationen vorliegen haben, profitieren von deutlich reduzierten Aufwänden – weil der Check dort ansetzt, wo sie aufgehört haben, nicht bei null.

Wie lange dauert ein Compliance Check?

Ein erster Compliance Check dauert je nach Ausgangslage zwischen wenigen Tagen und einigen Wochen. Die Bestandsaufnahme selbst ist oft schneller abgeschlossen als erwartet – besonders dann, wenn ein strukturiertes System vorhandene Dokumentationen übernimmt statt neu zu erfassen.

Müssen wir vor dem Check alles vorbereiten?

Nein. Der Compliance Check ist keine Prüfung, die man bestehen oder durchfallen kann. Er ist ein Diagnoseinstrument. Unvollständige Dokumentation, veraltete Dateien, fehlende Verträge – das ist genau das, was der Check aufdecken soll.

Was passiert, wenn der Check Lücken aufzeigt?

Dann gibt es eine priorisierte To-do-Liste. Keine Panik, keine Strafe. Lücken sind der Normalzustand – entscheidend ist, sie zu kennen und systematisch zu schließen. Das System übernimmt dabei die Struktur.

Wer braucht einen Compliance Check?

Jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet – also nahezu jede Organisation. Besonders relevant ist er für Unternehmen, die sich erstmals strukturiert mit Datenschutz befassen, oder für solche, deren bestehende Dokumentation gewachsen und damit unübersichtlich geworden ist.

Wie unterscheidet sich ein einmaliger Check von laufendem Datenschutz?

Der Compliance Check ist der erste Schritt. Er schafft Klarheit über den Status quo. Datenschutz-Compliance selbst ist danach ein laufender Prozess: regelmäßige Überprüfungen, aktualisierte Dokumentation, neue Schulungen, angepasste Verträge. Der Check legt den Grundstein – das System hält ihn dauerhaft aufrecht.

Beitrag aktualisiert am 20. Februar 2026 – Geprüft durch Datenschutzbeauftragter Jörg ter Beek
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Jörg ter Beek
Autor dieses Artikels:
Jörg ter Beek
CEO & Datenschutzbeauftragter bei Cortina Consult
Abstrakte Darstellung von zwei symmetrischen, halbkreisförmigen Formen, die miteinander verbunden sind und Cortina Consult Logo rot mit Schrift

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Datenschutzexperte & CEO

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