neue WhatsApp AGB und mögliche WhatsApp Alternativen

WhatsApp veröffentlicht neue AGBs:

WhatsApp ändert die allgemeinen Nutzungsbedingungen. Nur wer den neuen AGBs von WhatsApp zustimmt, kann die App in Zukunft weiter nutzen. Um das Scrollen und Lesen durch endlose Kapitel zu ersparen, haben wir wichtigsten Informationen zusammengefasst. Immer mehr Nutzer möchten den Anbieter wechseln. Für alle, die zu einem sicheren Messenger wechseln möchten, haben wir abschließend WhatsApp Alternativen aufgelistet.

Was ändert sich durch die neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp?

Für die meisten WhatsApp Nutzer ist es  nichts Neues, dass WhatsApp zu Facebook gehört. In den Bestimmungen wird geregelt, wie Nutzerdaten an Facebook übermittelt und wie sie dort verarbeitet werden dürfen. Das Teilen der Daten dient laut Facebook der Sicherheit und Integrität aller Facebook-Produkte, um gegen Spam, Drohungen, Missbrauch und Rechtsverletzungen vorzugehen. Des Weiteren steht in den Nutzungsbedingungen: „WhatsApp arbeitet auch mit den anderen Facebook-Unternehmen zusammen und teilt Informationen mit diesen, damit sie uns dabei helfen können, unsere Dienste zu betreiben (…) und zu vermarkten“. Das ist keine wirklich neue Information, denn schon in den Nutzungsbedingungen von 2018 stand „als Teil der Facebook-Unternehmen erhält WhatsApp Informationen von den Facebook-Unternehmen und teilt auch Informationen mit diesen.“ Die Unternehmen, die neben WhatsApp zur Facebook-Gesellschaft gehören, sind Instagram und Oculus VR (Virtual-Reality).

Nutzerdaten in Europa nicht für Werbezwecke

„Keine der Informationen, die WhatsApp auf dieser Grundlage weitergibt, dürfen für die eigenen Zwecke der Facebook-Unternehmen verwendet werden“, heißt es in den Nutzungsbedingungen von WhatsApp. Somit darf Facebook die Daten europäischer WhatsApp NutzerInnen nicht für Werbezwecke verwenden. Allerdings gibt es zwei verschiedene AGBs – eine für Europäer und eine für Nicht-Europäer.

Für außereuropäische NutzerInnen ändert sich nämlich mehr. Während sie sich in den bisher geltenden AGBs noch dagegen entscheiden konnten, müssen außereuropäische Nutzer ab sofort der Weitergabe ihrer Daten zu Werbezwecken an andere Facebook-Unternehmen zustimmen.

Welche Daten gibt WhatsApp an Facebook weiter?

NutzerInnen sollten dennoch wissen, welche Daten WhatsApp an Facebook weitergibt, um eine informierte Entscheidung treffen zu können. Folgende Informationen erhebt WhatsApp von seinen NutzerInnen:

  • Handymodell
  • Betriebssystem
  • Batteriestand
  • Mobilfunknetz
  • Telefonnummer
  • Kontakte aus Adressbuch
  • Profilbilder
  • Standortinformationen
  • Und viele mehr

Welche der erhobenen Daten an Facebook weitergegeben werden, wird aus den ungenauen Formulierungen nicht deutlich: „unter Umständen teilen wir Informationen über dich innerhalb unserer Unternhmensgruppe, um verschiedene Aktivitäten zu erleichtern, zu unterstützen und zu integrieren.“

Welche Daten werden nicht erhoben/weitergegeben?

Nachrichten bzw. Chatverläufe kann WhatsApp aufgrund der Verschlüsselung nach wie vor nicht mitlesen. Verschickte Nachrichten kommen verschlüsselt auf dem WhatsApp-Server an und werden dort nach Angaben von WhatsApp nach Zustellung sofort wieder gelöscht.

Welche WhatsApp Alternativen gibt es?

Für alle, die ihre Privatsphäre besser schützen möchten, empfiehlt es sich, den Messenger-Dienst zu wechseln. Hier haben wir eine Liste der sichersten WhatsApp Alternativen:

SIGNAL

Signal ist wohl die beste kostenlose WhatsApp Alternative, wenn es um den Schutz von Nutzerdaten geht. Sowohl Nachrichten und Chatverläufe als auch Kontakte und Profilinformationen werden verschlüsselt. Empfohlen von Whistleblower Edward Snowden und Tesla-Chef Elon Musk, gewinnt die kostenlose App immer mehr an Beliebtheit.

THREEMA

Ebenfalls sehr beliebt ist die sichere Open-Source-Alternative Threema als Kommunikationskanal. Allerdings handelt es sich hier um eine kostenpflichtige App. Der schweizer Dienst wird von Stiftung Warentest als unkritisch beurteilt ,da Daten komplett verschlüsselt übertragen werden. Es ist keine Handynummer für die Registrierung nötig.

TELEGRAMM

Nicht weniger beliebt, aber nicht ganz sicher, ist der kostenfreie Messenger Telegramm. Die Chats werden zwar verschlüsselt übertragen, befindet sich aber unverschlüsselt auf den Telegramm-Servern. Leider ist die App aufgrund der möglichen Anonymisierung in Gruppenchats und der fehlenden Kontrolle durch Betreiber ein beliebtes Medium für Verschwörungstheoretiker und Rechtsradikale. Die Angabe der Handynummer ist Pflicht.

WIRE

Die Chats von Wire sind ebenfalls verschlüsselt und eine Nutzung außerdem ohne Zugriff auf gespeicherte Kontakte möglich. Es müssen jedoch eine Handynummer und eine Mailadresse angegeben werden. Die App ist aber kostenlos und wird als sicherer Messenger eingestuft. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit von Gruppenanrufen.

Ihr Ansprechpartner: Jörg ter Beek

Privatsphäre aus Prinzip

Weitere Informationen zu Jörg ter Beek finden Sie auf seinem XING-Profil oder LinkedIn-Profil.

Titelbild Photo by Tadas Sar on Unsplash