Cookie Banner Design – Opt-in Optimierung

Wie Sie mit dem richtigen Cookie Banner Design Ihre Opt-in Rate steigern

Cookie Banner & DSGVO

Hier finden Sie die wichtigsten Infos zu Design, Anpassung und Opt-in Optimierung.

Cookie Banner - Praxisbeispiele

Cookie Banner - Praxisbeispiele

Oft diskutiert und immer wieder für Unsicherheit sorgt die Frage nach der expliziten Einwilligung. Immer wieder sehen wir, auch bei namhaften Unternehmen mangelhafte Cookie-Hinweise, die zu einem Bußgeld führen können. Es geht meist nur um einen oder zwei Sätze in dem Pop-up-Fenster, doch diese sollten gut gewählt werden.

Wir zeigen Ihnen anhand von Praxis-Beispielen, welche Forderungen die aktuelle Rechtsgrundlage stellt und welche Möglichkeiten es für die Formulierung und das Design eines datenschutzkonformen Cookie-Banners gibt.

Aber zunächst einmal…

Welche DSGVO-Vorgaben gilt es zu beachten?

Die genauen rechtlichen Vorgaben der DSGVO für einen Cookie-Banner, haben wir bereits in diesem Beitrag detailliert beschrieben.

Aber hier noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

7-Punkte Checkliste für einen DSGVO-konformen Cookie-Banner

Webcompliance: Cookie Banner Checkliste

No-Go´s für die Gestaltung eines Cookie-Banners

"Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu."

Cookie Hinweistexte wie diese sind NICHT DSGVO-konform!
Cookie-Banner die verschwinden, sobald der User irgendwo auf die Website klickt und somit seine Einwilligung erteilt, entsprechen nicht den Vorgaben der DSGVO, da der User nicht aktiv seine Einwilligung erteilt hat.
Ein weiteres Beispiel für einen nicht DSGVO-konformen Cookie-Banner:

"This page uses cookies: read more.

Alright"

Diese Art von Cookie Banner ist heute noch weit verbreitet im Internet. Da jedoch keine spezifischen Informationen über den Verwendungszweck angezeigt werden und es zudem keine Option zum Annehmen oder Ablehnen für den User gibt, ist dieser Banner nicht datenschutzkonform.

Rechtskonforme Cookie-Banner

Beispiel 1:

"Wir nutzen Cookies, um eine Vielzahl von Services anzubieten, diese stetig zu verbessern sowie Werbung entsprechend Deinen Interessen auf unserer Website, Social Media und Partnerwebsites anzuzeigen. Mit Klick auf „OK“ willigst Du in die Verwendung von Cookies ein. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit in der Cookie-Einwilligungs-Lösung ändern bzw. widerrufen. Mehr erfährst Du in der Datenschutzerklärung."

Consent Banner vom FC BAYERN

Dieser Cookie-Hinweistext ist gut lesbar und enthält alle notwendigen Informationen für den User. Es gibt zwei Möglichkeiten, die der User auswählen kann. Er kann den Cookie-Einstellungen zustimmen indem er auf "OK" klickt. Diese kann er später in der Cookie-Einwilligungs-Lösung widerrufen. Zudem kann er die Cookie-Einstellungen ändern. Dies ist eine Möglichkeit, wie Sie mit Usercentrics den Cookie-Banner auf Ihrer Seite platzieren können.

Beispiel 2:

"Mit Ihrer Zustimmung nutzen wir auf dieser Seite Cookies und Drittanbieter-Dienste, um Ihnen ein nutzerfreundliches Angebot zu bieten. Sie können unsere Seite grundsätzlich auch ohne diese Technologien nutzen. Unter dem Punkt „Mehr“ informieren wir Sie detailliert über die einzelnen Systeme, von denen Sie die nicht-essentiellen nach Belieben an- oder abwählen können."

Cookie Banner von KOBU-Tee

In diesem Cookie-Banner stehen dem User drei Optionen zur Auswahl. Er kann die Cookie-Einstellungen akzeptieren, ablehnen oder unter dem Punkt "Mehr" gewünschte Einstellungen vornehmen. Zudem wird der User ausreichend über die Nutzung von Cookies und Drittanbieter-Dienste informiert.

Beispiel 3:

Für ein optimales Website-Erlebnis nutzen wir Cookies und ähnliche Technologien, um personalisierte Inhalte zu zeigen, Funktionen anzubieten und Statistiken zu erheben. Ein Klick auf „Zustimmen“ erlaubt uns diese Datenverarbeitung sowie die Weitergabe an Drittanbieter gemäß unserer Datenschutzerklärung. Cookies lassen sich jederzeit ablehnen oder in den Einstellungen anpassen.

Cookie Banner von Buhl

Bei dieser Version des Cookie-Banners gibt es nur einen Button. Für die Möglichkeiten zum Ablehnen und um Cookie-Einstellungen vorzunehmen findet der User jeweils einen Link in dem Hinweistext. Auch dies ist eine Variante für Websitebetreiber, die Einwilligungen der User datenschutzkonform einzuholen.

Fazit

Es gibt zahlreiche Internetseiten mit unzureichenden Cookie-Bannern. Ein Banner ist jedoch völlig wertlos, wenn er nicht die Anforderungen der aktuellen DSGVO-Bestimmungen entspricht. Mit Usercentrics erhalten Sie nicht nur einen einwandfreien Hinweistext, sondern es stehen Ihnen auch unendlich viele Möglichkeiten des Designs zur Verfügung. Lassen Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen von uns umsetzten oder übergeben Sie direkt alle Aufgaben rund um das Cookie-Banner an uns. Dann können Sie sich entspannt zurücklehnen und müssen sich keine Sorgen um den Datenschutz auf Ihrer Website machen!

Tipps & Orientierung: 5 Beispiele für die Erstellung eines Cookie-Banners

Cookie Banner kennt heutzutage jeder. Doch haben Sie als Website-Betreiber schon darüber nachgedacht, wie Sie Ihr Cookie-Banner optimal und den Cookie Hinweistext vor allem DSGVO-konform gestalten? Kennen Sie die rechtlichen Grundlagen für die Erstellung eines Cookie Banners?

Wenn nicht, dann sind Sie in diesem Beitrag richtig. Denn wir zeigen Ihnen die 5 besten Tipps und Beispiele für die Erstellung eines DSGVO-konformen Cookie Banners.

Wie funktionieren Cookie-Banner bzw. worüber müssen sie informieren?

Sobald eine Website geöffnet wird, die Cookies enthält, muss der Website-Betreiber seine Informationspflicht einhalten und den Nutzer über die verwendeten Cookies und Technologien aufklären. Nur so kann eine Website DSGVO-konform gestaltet werden. Bei diesen Cookies kann es sich entweder um technische oder funktionale Cookies handeln. Diese sind für den Betrieb der Website notwendig oder erleichtern die Bedienung der Homepage.

Eine weitere Kategorie sind die sogenannten Tracking- und Marketing-Cookies. Diese tracken den Nutzer intensiv, erheben personenbezogene Daten oder protokollieren Nutzungsgewohnheiten des Betroffenen, um ein Profil zu erstellen.

Um dem Nutzer das Recht auf Information zu gewährleisten und den Richtlinien der DSGVO Folge zu leisten, muss der Website-Betreiber offenlegen, welche Cookies und Technologien verwendet werden. Dies geschieht am besten in Form eines Einwilligungs-Banners. Cookie-Banner erscheinen beim Öffnen der Website und informieren den User über die Nutzung von Cookies, holen dessen Zustimmung für die Verwendung von Cookies ein oder stellen ihm Auswahlmöglichkeiten für die Verwaltung bereit.

Für die Darstellung eines DSGVO-konformen Cookie-Hinweistext gibt es mehrere Ansätze.

Die 5 übergeordneten Cookie-Modelle und Beispiele

Informierende Cookie-Banner

„Beim Besuch der Website akzeptieren Sie unsere Cookies.“

Bei diesem Cookie-Banner Modell wird der Nutzer darüber informiert, dass Cookies verwendet werden. Der Nutzer kann diese Tatsache dann entweder akzeptieren oder ablehnen. Hier muss der Website-Betreiber jedoch darauf achten, was er in die Cookie-Banner Benachrichtigung integriert, um DSGVO-konform zu sein.

Wir empfehlen: Je mehr Information Sie in Ihr Cookie-Banner einbauen, desto besser. Vermeiden Sie generische Informationen über Cookies, sondern listen Sie die auf der Domain verwendeten Cookies im Cookie-Banner auf und informieren Sie über den jeweiligen Zweck und aus welchem Grund Sie verwendet werden.

Dies zeigt dem Nutzer der Website, dass Sie die Privatsphäre des Websitebesuchers berücksichtigen und Ihre Informationspflichten nach der DSGVO einhalten.
Weisen Sie außerdem in Ihrer Cookie-Banner-Benachrichtigung auf die Möglichkeit hin, dass Cookies gelöscht oder die Cookie-Einstellungen im Nachhinein noch geändert werden können. So sind Sie in der DSGVO Thematik auf der sicheren Seite.

Nutzen Sie dafür kein Cookie-Banner das verschwindet, bevor der Nutzer die Möglichkeit hat, dieses ganz zu lesen. Dies ist besonders schlecht, wenn der Nutzer keine offensichtliche Möglichkeit hat, dieses zu späterem Zeitpunkt erneut einzusehen.

Ein weiterer Tipp: Erzwingen Sie nicht den Klick auf die Cookie-Bestimmungen. Wenn die Nutzung der Website ohne die Zustimmung zu den jeweiligen Cookies nicht zugelassen wird, verlassen viele Leute daraufhin die entsprechende Domain.

Implizite Einwilligung

„Wir verwenden Cookies. Sie können diese jedoch ausschalten, wenn Sie möchten.“

Der Hauptunterschied zwischen der implizierten Zustimmung und information only liegt darin, dass die Website die Möglichkeit bietet, Cookies direkt abzulehnen, obwohl sie bei dem ersten Aufruf der Website standardmäßig gesetzt sind.

Bei der Einführung einer solchen Opt-out-Kontrolle ist ein Gleichgewicht zwischen Benutzerfreundlichkeit und dem Aufwand für das Opt-out herzustellen.

Kategorisieren Sie die Cookies nach ihrem jeweiligen Zweck. Dies ist auch vorteilhaft, um die Folgen des Opt-out zu erklären – insbesondere, wenn es sich negativ auf die Benutzererfahrung ausüben kann.

Stellen Sie sicher, dass der Nutzer immer leichten Zugang zu den Cookie-Einstellungen hat. Dadurch hat der Website-Besucher die Möglichkeit, sich bei seiner Cookie-Wahl noch umzuentscheiden. Hier empfiehlt sich ein Seitenelement, das sich auf der jeweiligen Website befindet und eindeutig zu identifizieren ist.

Falls Sie eine Banner-Nachricht einführen möchten, nutzen Sie ein Cookie-Banner, das auf Zeit angelegt ist. Dies funktioniert am besten mit dem Ansatz der implizierten Zustimmung. Es teilt dem Benutzer mit, dass Sie sich an die Vorschriften der DSGVO halten, ohne dass eine Aktion des Nutzers erforderlich ist, um die Cookie-Banner-Nachricht loszuwerden.

Um eine zusätzliche Sicherheit zu geben, stellen Sie einen jederzeit verfügbaren Link zu den Opt-out-Kontrollen bereit.

Beachten Sie: der Opt-out-Mechanismus erfordert zwangsläufig einige technische Änderungen an Ihrer Website, wenn sich der Benutzer dafür entscheidet, Cookies abzulehnen. Wichtig ist dabei, diese Veränderungen dann umsetzen zu können, um Ihre Website jederzeit DSGVO-konform zu gestalten. Nutzen Sie dafür am besten ein vorkonfiguriertes Skript oder einen Dienst, der direkt auf veränderte Einstellungen reagiert.

Soft opt-in

„Wir verwenden Cookies, wenn Sie die Website weiter benutzen.“

Die Möglichkeit des Soft opt-in weist Ähnlichkeiten zur Variante des information only auf. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass Cookies beim ersten Aufruf der Website blockiert werden.

Jede weitere Benutzerinteraktion wie beispielsweise das Anklicken eines Links der Website zu einer zweiten Seite wird dann als Zustimmung gewertet – Cookies werden dann normalerweise auf der nachfolgenden Seite gesetzt.

Eine Ausnahme besteht, wenn die erste Benutzerinteraktion einem Link zu weiteren Informationen über zu setzende Cookies folgt. Dies kann nicht als Zustimmung gesehen werden. Die Cookie-Informationsseite sollte also keine Cookies setzen, bis eine weitere Aktion durchgeführt wird.

Bei der Variante des soft opt-in ist jedoch entscheidend, dass Inhalt und Format korrekt ausgeführt werden. So muss dem Nutzer jederzeit klar sein, dass die Möglichkeit besteht, Cookies nicht zu akzeptieren, bevor fortgefahren wird. Dies bedeutet, dass der Hinweis auf der Zielseite sichtbar sein muss und an Ort und Stelle bleibt, bis der Nutzer weitere Maßnahmen ergriffen hat.

Auch wenn der Website-Benutzer weiteren Links der Website gefolgt ist und das Setzen von Cookies somit zugelassen wurde, muss jederzeit eine Kontrolle zur Verfügung stehen, um sich wieder abzumelden. Andernfalls würde es den DSGVO-Richtlinien widersprechen. Hier ist auch problematisch, dass unklar ist, wie lange die soft opt-in Einwilligung nach den DSGVO-Richtlinien gültig ist.

Das größte Problem des soft opt-in Ansatzes liegt jedoch in der Implementierung. Verwenden Sie hier keine Cookie-Wall. Auch sollten Sie keine zeitlich begrenzten Cookie-Banner nutzen.

Explizite Zustimmung

„Klicken Sie hier, um Cookies auf dieser Website zu akzeptieren.“

Bei diesem Cookie-Banner Modell muss der Website-Betreiber Cookies blockieren, bis der Benutzer seine explizite Enwilligung zur Verwendung von Cookies abgibt. Dies kann beispielsweise durch Betätigung eines Buttons oder durch Ankreuzen eines Kästchens geschehen.

Aus Sicht des Online-Marketings besteht die Herausforderung darin, dass der Website-Besucher aktiv auf Akzeptieren drücken muss.
So geht es bei der Verwendung dieses Cookie-Banner Modells vor allem darum, die Gesamtauswirkung auf die Benutzererfahrung zu berücksichtigen, wenn keine Cookies standardmäßig gesetzt sind.

Eine Möglichkeit wäre die Verwendung einer Cookie-Wall. Dadurch wird der Website-Benutzer praktisch dazu gezwungen, Cookies zu akzeptieren, bevor er auf die Website zugreifen kann. Hier muss erwähnt werden: Diese Methode geht häufig mit einem Rückgang der Nutzerzahlen einher.

Achten Sie bei der Auswahl einer Bannergröße für Ihre Cookie-Benachrichtigung darauf, dass nicht zu viel und nicht zu wenig angezeigt wird. Wir empfehlen: Finden Sie durch A/B Tests bzw. der Gestaltung Ihrer cookie notice bar, dem Design, der Platzierung auf der Seite etc. die richtige Balance.

Wichtig ist, dass Sie dem Benutzer nicht den Eindruck eines Opt-in-Modells vermitteln, wenn Cookies standardmäßig gesetzt werden. Nehmen Sie außerdem nicht an, dass Opt-in immer bedeutet, dass der Website-Benutzer daran gehindert ist, die Website zu nutzen, bevor er die Cookies akzeptiert hat.

Auch hier gilt: Geben Sie dem Nutzer nach dessen Zustimmung zu den verwendeten Cookies jederzeit die Möglichkeit, die Cookie-Informationen einzusehen, andere Einstellungen zu treffen oder die Zustimmung zu den Cookies praktisch zu widerrufen.

Hybrides Cookie-Modell

„Wir haben bereits einige Cookies gesetzt und möchten weitere setzen“

Hierbei handelt es sich um einen hybriden Ansatz für ein Cookie-Banner, der auf verschiedenen Cookie-Modellen beruht, die je nach Zweck ausgewählt werden.

Ein Beispiel hierfür wäre die Zusammenführung der Verlässlichkeit der impliziten Zustimmung für Web Analytics mit der Variante des soft opt-in für die Werbung von Dritten.

Dieser Cookie-Banner Ansatz wird noch nicht sehr oft verwendet. Eine detaillierte Befolgung der Leitlinien der DSGVO-Regulierungen und der Informationspflichten des Website-Betreibers könnte zu einer breiteren Anwendung dieses Modells führen. Deshalb ist zu erwarten, dass dieses Cookie-Banner Modell im Laufe der Zeit stärker genutzt wird.

Cookie Banner auf einen Blick

Diese fünf Modelle für die Erstellung eines Cookie-Banners stellen die beste Auswahl für Website-Betreiber dar. Bei der richtigen Wahl eines Cookie-Banner-Modells geht es vor allem darum, die Interessen des Website-Betreibers, die der Nutzer und die der DSGVO-Vorschriften in Einklang zu bringen.

Machen Sie sich diese Interessen klar, bevor Sie eine Entscheidung über die Botschaft, das Design oder die Benutzererfahrung des Cookie-Banners treffen.

Es ist wichtig, dass Website-Betreiber die verfügbaren Einwilligungsmodelle für Cookie-Banner gut verstehen. Nur dann kann das beste Modell für die jeweilige Benutzerfreundlichkeit ausgewählt werden. Andernfalls kann der Website-Besucher irregeführt werden, was einen Rückgang der Nutzerzahlen mit sich bringen könnte.

Sobald Sie sich über diese Punkte im Klaren sind, gestaltet sich die Implementierung eines DSGVO-konformen Cookie-Banners einfacher.

Ihr Ansprechpartner: Jörg ter Beek

Privatsphäre aus Prinzip

Weitere Informationen zu Jörg ter Beek finden Sie auf seinem XING-Profil oder LinkedIn-Profil.

Dark Patterns - entlarvt

Klingt fies - und ist es auch.

Denn lesen Sie jede Webseite und jeden Abschnitt Wort für Wort? Oder überfliegen Sie die Inhalte und machen sich daraus ein eigenes Bild? Der Großteil der Nutzer baut auf die zweite Variante… und genau das macht sich der Webseitenbetreiber zu Nutze. Durch Dark Patterns kann der Nutzer ganz leicht getäuscht werden: die Webseite wird so gestaltet, dass der Inhalt A zu sagen scheint, wenn er in Wahrheit (oder besser: bei genauem Lesen) B meint. So schließt der Nutzer am Ende Abonnements ab, die er eigentlich nicht abschließen wollte oder kauft die Katze im Sack...

Damit Sie sich nicht täuschen lassen, zeigen wir Ihnen alle Typen von Dark Patterns:

1. Fangfragen

Während der Nutzer einen Fragebogen ausfüllt, kann die Formulierung der Frage den Nutzer zur Abgabe einer Antwort bringen, auch wenn er diese Antwort eigentlich nicht abgeben wollte. Wenn der Nutzer die Frage nur überfliegt scheint sie eine Sache zu erfragen, während sie bei genauem Lesen etwas anderes vom Nutzer erfahren möchte.

Solche Fangfragen werden oft bei der Registrierung zu einem Dienst oder Abonnement verwendet. Und das sieht dann wie folgt aus:

Mehrere Checkboxen werden untereinander angezeigt. Diese scheinen sich auf den ersten Blick inhaltlich nicht groß zu unterscheiden. Bei genauem Hinsehen bedeutet die erste Checkbox jedoch „Opt-out“ während die zweite Checkbox ein „Opt-in“ zur Folge hat.

 

Dark Patterns Typen - Fangfragen

2. "In den Warenkorb geschlichen"

Angenommen, Sie wollen etwas kaufen. Dabei führen Sie Ihre Kaufvorgänge ganz normal aus. Doch während Sie Ihren Kauf fortsetzen, tauchen plötzlich zusätzliche Dinge in Ihrem Warenkorb auf.

Dies geschieht oft durch missverständlich formulierte Checkboxen auf vorherigen Seiten oder durch die Verwendung von Opt-out Buttons.

3. Katze im Sack

Besonders fies: dieses Modell führt dazu, dass Sie sich in eine bestimmte Situation begeben, aus dieser jedoch meist nur schwer wieder herauskommen.

Beispiel: ein Abonnement.

Dies lässt sich beispielsweise auf Webseiten wie Livenation und Ticketmaster finden: denn hier wird dem Nutzer beim Kauf eines Tickets das Abonnement eines Magazins so gut wie in den Warenkorb gelegt. Dies geschieht durch Fangfragen auf der checkout page. Besonders schwierig: es wurde ein Opt-out Design gewählt, wodurch das Abonnement abgeschlossen wird, es sei denn, der Nutzer sieht die Checkbox und spricht sich aktiv gegen das Abonnement aus.

Typen von Dark Patterns

4. Datenschutz "Zuckering"

Mit anderen Worten: Sie werden dazu verleitet, mehr Information über sich zu verbreiten, als Sie eigentlich beabsichtigt hatten.

Der Begriff Datenschutz „Zuckering“ entstand als Hommage an den Facebook CEO Mark Zuckerberg; Facebook hatte ehemalig den Ruf, es dem Nutzer zu erschweren, die Privatsphäre Einstellungen zu kontrollieren oder ein „Oversharing“ von Informationen zu vermeiden.

Doch wie funktioniert Datenschutz „Zuckering“?

Wenn Sie einen Dienst (beispielsweise eine Kundenkarte) nutzen, kann sich im Kleingedruckten der AGB eine Erlaubnis verstecken, persönliche Daten an Dritte zu verkaufen. Diese können dann von Datenmaklern gekauft werden und mit allen Informationen kombiniert werden, die online über Sie einsehbar sind. Basierend auf diesen Informationen kann dann ein Profil erstellt werden; von Informationen über Ihre sexuellen Präferenzen bin hin zu Informationen über Ihre körperliche oder geistige Gesundheit kann darin alles enthalten sein.

Worst Case Szenario: Ihr Profil könnte dazu führen, dass Ihnen Dienstleistungen wie Versicherungen oder Kredite verweigert werden.

5. Verhinderung des Preisvergleichs

Um Sie von einer fundierten Entscheidung abzuhalten, enthält es der Einzelhändler Ihnen vor, den Preis eines Artikels mit einem anderen zu vergleichen. Dadurch wird in der Regel durch die Erstellung unterschiedlicher Bündel oder Mehrfachpacks, bei denen es nicht einfach ist, den Stückpreis der Artikel innerhalb des Mehrfachpacks zu ermitteln.

Unser Beispiel: Einige Supermärkte verwenden eine ähnliche Technik, indem Sie verpackte Produkte verkaufen, ohne den Preis pro Gewicht anzugeben. So ist es unmöglich herauszufinden, ob es billiger ist, lose (Preis pro Gewicht) oder verpackte (Preis pro Paket) Artikel zu kaufen.

6. An der Nase herumführen

Das Design richtet Ihre Aufmerksamkeit gezielt auf eine Sache, um von einer anderen Sache abzulenken. Dieser Trick wird von den meisten Dark Patterns in irgendeiner Weise verwendet.

Ein Beispiel ist die australische Billigfluggesellschaft jetstar.com:

Hier funktioniert alles zunächst so, wie der Nutzer es erwartet; Sie suchen und wählen die gewünschten Flüge aus. Dann gelangt man zur Seite mit den Sitzplätzen:

Auf der Seite mit den Sitzplätzen erhält der Nutzer die Möglichkeit, für einen Aufpreis von 5 Dollar pro Strecke Plätze auszuwählen oder die Auswahl der Plätze überspringen, ohne dass Ihnen zusätzliche Kosten entstehen. Trügerisch ist die Art und Weise, wie diese Seite Ihre Optionen präsentiert: Durch die Irreführung des Nutzers wird verborgen, was tatsächlich geschieht.

Wenn diese Seite geladen wird, haben sie bereits eine Vorauswahl eines zufälligen Sitzplatzes für Sie getroffen. Die Webseitenbetreiber nutzen Wortspiel-Tricks; denn ein "vorgewählter" zufälliger Sitzplatz kostet hier $5, wenn Sie sich jedoch über den winzigen Link "Sitzplatzauswahl überspringen" unten auf der Seite abmelden, wird Ihnen ein zufälliger Sitzplatz ohne die $5 Gebühr zugewiesen.

Es gibt keinen Unterschied zwischen den beiden Optionen, außer dass Sie in dem einen Fall $5 zahlen und im anderen Fall nicht.

7. Versteckte Kosten

Sie kommen zum letzten Schritt des Kaufvorgangs, nur um festzustellen, dass einige unerwartete Kosten aufgetreten sind; z.B. Lieferkosten, Steuern usw.

Beispiel: Proflowers, ein Blumeneinzelhändler aus den Vereinigten Staaten. Dieses Unternehmen ist ein perfektes Beispiel für das Muster der versteckten Kosten. Ihre Homepage:

Wenn Sie einen Artikel in den Warenkorb legen und auf die Warenkorbseite gehen, ist der Preis erstmal wie erwartet. Kein Hinweis auf versteckte Kosten.

Sie durchlaufen also den 6-stufigen Bestellvorgang. Im 5. Schritt geben Sie Ihre Kreditkartendaten ein

Wenn Sie schließlich auf die Seite "Bestellung überprüfen" gelangen - nachdem Sie den Namen, die Adresse und Telefonnummer der Lieferung, Ihre Kreditkartendaten und Ihren eigenen Namen, Ihre Adresse, Telefonnummer und Kreditkartendaten eingegeben haben - werden Ihnen schließlich die versteckten Kosten angezeigt. $14.99 Lieferung und $2.99 "Pflege und Handhabung".

Nachdem die versteckten Kosten aufgedeckt wurden, haben Sie bereits großen Aufwand betrieben und wollen den Bestellvorgang nur noch beenden. Hier greift das Konzept des Webseitenbetreibers, das darauf baut, dass der Nutzer den Kauf eher abschließen möchte, als aufzugeben und mit einer anderen Website von vorne zu starten.

8. Lockvogeltaktik

Der Nutzer möchte eine Sache tun - stattdessen geschieht etwas anderes, etwas Unerwünschtes.

Das bekannteste Beispiel für die digitale Lockvogeltaktik war Microsofts Ansatz, Menschen dazu zu bringen, ihre Computer auf Windows 10 zu aktualisieren;

2016 wurde den Benutzern früherer Fensterversionen ein Pop-up-Fenster angezeigt, das dem oben abgebildeten ähnlich war. Im Laufe des Jahres hat Microsoft die Pop-ups immer aggressiver gestaltet; während die Pop-ups erst nur optionale Aufforderungen zum Handeln waren, wurden sie zunehmend trügerisch. Microsoft änderte die Bedeutung des „X“ oben rechts. So bedeuteten dies nun das Gegenteil von dem, was es normalerweise bedeutet hat. Denn davor war die Bedeutung immer „X“ = „Schließen“. Nach der Änderung bedeutete das „X“ jedoch „Ja, ich möchte meinen Computer auf Windows 10 aktualisieren“.

9. „Confirmshaming“

Durch „Confirmshaming“ soll ein Schuldgefühl beim Nutzer hervorgerufen werden, dass den Nutzer dazu bringen soll, sich zu entscheiden und eine Zustimmung abzugeben.

Beispiel: Mailingliste

Der Ablehn´-Button ist so formuliert, dass der Nutzer sich schämen soll, wenn er die Teilnahme verweigert. Sie findet sich oft in Exit-Antent-Modulen und anderen Popups. In der Abbildung unten verwendet Amazon das Confirmhaming, um den Benutzer zu manipulieren.

Typen Dark Patterns - Confirmshaming

10. Erzwungene Kontinuität

Stellen Sie sich vor, sie haben eine kostenlose Testversion mit einem Dienst abgeschlossen. Dieser läuft aus. Doch plötzlich wird Ihre Kreditkarte klammheimlich und ohne Vorwarnung belastet. In manchen Fällen legen die Webseitenbetreiber noch einen drauf und erschweren es dem Nutzer, die Mitgliedschaft daraufhin zu kündigen.

11. Getarnte Anzeigen

Anzeigen, die mit einer anderen Art von Inhalt oder Navigation getarnt sind, um Sie zum Anklicken zu bewegen.
Softpedia ist eine beliebte Website zum Herunterladen von Software. Eine ihrer Einnahmequellen ist Display-Werbung. Oft werden Anzeigen geschaltet, die wie eine Download-Schaltfläche aussehen und die Benutzer dazu verleiten, auf die Anzeigen zu klicken, anstatt das Gewünschte zu erhalten. Im Screengrab unten befindet sich der eigentliche Download-Link oben links auf der Seite.

12. „Freunde-Spam“

Bei dieser Dark Pattern Taktik wird bei der Verwendung eines Dienstes nach Ihrer E-Mail Adresse oder Ihren Social-Media-Genehmigungen gefragt. Dies passiert unter dem Vorwand, dass diese Informationen für ein gewünschtes Ergebnis genutzt werden; z.B. Freunde über Plattformen finden.
Doch im Gegenteil: der Dienst schickt Ihren Kontakten Nachrichten, in denen er sich als Sie ausgibt.

Fazit

Dark Patterns werden von vielen Webseitenbetreibern in den verschiedensten Varianten verwendet. Viele ergänzen ihre Marketingstrategie durch die unterschiedlichen Typen. So können Daten der Nutzer "ertrickst" werden oder leichter Produkte verkauft werden.

Als Nutzer kann man sich recht leicht davor schützen, in einem solchen Dark Pattern gefangen zu werden. Vor allem, wenn Sie nun wissen, worauf Sie achten müssen. Denn wenn Sie die Fragen und Informationen einer Webseite aufmerksam lesen, können viele Dark Patterns unschädlich gemacht werden.

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